20 JAHRE SCHNÄPPCHEN

Seit dem 15.1.1997 besteht „Das Schnäppchen“, der Second-Hand-Laden (Schulstr. 5, Gütersloh), als sozialpsychiatrische Einrichtung. Der Laden steht unter der Trägerschaft des Förderkreises Wohnen-Arbeit-Freizeit e. V., ist somit gemeinnützig. Der Verein unterstützt psychisch kranke Menschen und ehemalige Patienten der Westfälischen Klinik. Das Schnäppchen ist ein besonderes Arbeitsplatzangebot (im Zuverdienst) für psychisch kranke Frauen.

Bis heute trägt sich der Laden durch die Kleiderspenden aus Gütersloher Haushalten. Dank der guten Resonanz, die das Projekt in all den Jahren erfahren hat, und der treuen Unterstützung von Spendern und Kunden, kann das Geschäft bis heute seinen Zweck erfüllen.


Zur Geschichte des Schnäppchens

Die ursprüngliche Idee zur Gründung des Ladens kam einigen Förderkreismitarbeiter/Innen vor genau 20 Jahren. Zu dieser Zeit waren, gemäß der „Idee der gemeindenahen Psychiatrie“, besonders ehemalige Langzeitpatienten aus der Westfälischen Klinik entlassen worden. Der Förderkreis, als ambulant psychiatrische Einrichtung, bemühte sich um Vermittlung von Wohnungen, Arbeit und Freizeitangeboten.

Besonders auffällig war es damals, dass psychisch kranke Frauen sich durch die Arbeitsplatzangebote von Industriecafé und Tagwerk (Industriemontagearbeiten u. a. für Miele und Bertelsmann) nicht angesprochen fühlten. Es fehlte ganz offensichtlich an „frauentypischen“ und vertrauten Arbeitsplätzen, wie es die Frauen als Patientinnen von der Stationsarbeit oder der Arbeit in der Wäscherei und Nährstube der Klinik her kannten. Die Idee des Förderkreises, ein eigenes Geschäft zu gründen, war damit geboren. Schnell fand sich ein geeignetes Ladenlokal in der Hohenzollernstr. 62. Hier eröffnete 1987 unter der Leitung der Sozialarbeiterin Frau Dyck der Second-Hand-Laden „Das Schnäppchen“. Kleidung aus Privatspenden Gütersloher Bürger und von Geschäftsleuten wird günstig angeboten, um aus dem Verkaufserlös Arbeitsplätze für psychisch kranke Frauen zu finanzieren. Gleichzeitig bietet der Laden als Treffpunkt und Kontaktstelle die Möglichkeit, auch nur mal so vorbei zu schauen, auf eine Tasse Kaffee, oder um einen Klön mit den Mitarbeiterinnen im Laden zu halten.


Der Laden bis heute

Seit 1992 befindet sich das Schnäppchen nun in der Schulstr. 5 in Gütersloh. Durch Anzeigen in örtlichen Zeitungen bittet das Geschäft um Kleiderspenden. Dank der zahlreichen Spender (viele treue Dauerspender über Jahre) und auch dank der treuen Kundschaft (beliebte Einkaufsmöglichkeit auch für Menschen mit knappem Einkommen, wie z. B. Sozialhilfe und Hartz IV) kann der Laden bestehen. Betriebskosten werden mittlerweile erwirtschaftet, wenngleich es natürlich hin und wieder auch mal „magere Zeiten“ gibt. Die pädagogische Betreuung der Frauen im Laden hat die Diplompädagogin Gudrun Vogelgesang-Behrens übernommen.

Acht Frauen, darunter drei ehemalige Langzeitpatientinnen, haben bis heute dort einen Zuverdienstarbeitsplatz gefunden; eine weitere Stelle wird als Praktikumsplatz für junge psychisch kranke Frauen angeboten. Neben dem Verkauf gibt es auch einen Flick- und Änderungsdienst.


Therapeutische Ziele

Das Schnäppchen hat schon vielen Frauen bei ihrer „Gesundung“ geholfen. Den besonderen Wert dieser „nicht ganz alltäglichen“ sozialpsychiatrischen Einrichtung wissen Fachleute längst zu schätzen. In einem Arbeitsklima voller Herzlichkeit und gegenseitigem Verständnis ist es leichter, die eigene Belastbarkeit zu trainieren, sich selbst zu stärken und mögliche Krisen frühzeitig zu erkennen. Viele der Mitarbeiterinnen sind schon langjährig im „Geschäft“ und können aus eigenem Erleben heraus bestätigen, wie wichtig es ist, dass es solche Nischen von Arbeitsplatzmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen gibt.

Durch den Kontakt mit Gütersloher Bürgern (ob als Spender oder als Kunde) bekommen die Frauen wieder gesellschaftliche Anbindung und fühlen sich eher akzeptiert und angenommen.Gerade in dieser „Normalität und Alltäglichkeit des Tuns und des egegnens“ liegt ein großer therapeutischer Wert. Professor Dr. Dr. Klaus Dörner hat anlässlich eines Jubiläums formuliert: „Für die Zukunft der ambulant psychiatrischen Arbeit in Gütersloh bliebe zu wünschen, dass noch viele weitere «Schnäppchens» geschaffen werden sollten“.


Kontakt

Mo-Fr                                        10.00-13.00 Uhr
Di und Do                      auch 14.30-18.00 Uhr

Ansprechpartner:
G. Vogelgesang-Behrens
Tel.: 05241 / 2 66 44

 


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Letzte Änderung: August 2007 - www.kunststudio-tigges.de